TAGESBETREUUNG SÖMMERLI, ST.GALLEN

Projektwettbewerb im offenen Verfahren 2015
4.Rang

 

Die Parzelle liegt an der Schnittstelle zwischen den viergeschossigen Bauten der Gründerzeit im Süden und der lockeren Hangbebauung aus den 1940er Jahre im Norden. Die Frage nach der Massstäblichkeit des geplanten Kinderhorts drängt sich in den Vordergrund. Die subtile Situation direkt an der innerstädtischen Freifläche und auch die Funktionalität und Typologie des Gebäudes legen einen gegliederten, zweigeschossigen Baukörper nahe, welcher sich an die Körnung der genossenschaftlichen Siedlung am Hang anlehnt.

Durch die versetzte Anordnung der traufständigen Volumina entsteht eine spielerische Auffächerung des Aussenraums. Die Gebäude sind vertikal organisiert und je einzeln erschlossen. Die Hort – Einheiten sind so auch von aussen ablesbar und erleichtern den Kindern die Orientierung und Identifikation.

Durch die Aneinanderreihung der Hort-Einheiten werden die Verkehrsströme der Kinder entflochten. Jede Einheit verfügt über einen separaten Eingang und eine eigene Vertikalerschliessung. Die typologische Umsetzung entnimmt Elemente des Wohnungsbaus – Stichwort „Reihenhaus“ – um auf die Nähe zur umliegenden Siedlungsstruktur zu verweisen. Die Gebäude weisen im Erdgeschoss eine hohe Transparenz auf. Trotz einer klaren Trennung zwischen Erschliessungsbreich und Sömmerliwiese bestehen Sichtbezüge quer durch den Baukörper hindurch. Das Erdgeschoss ist gänzlich dem Spiel und der Bewegung gewidmet, entsprechend offen ist es gestaltet. Im Gegensatz dazu stehen die eher introvertierten Gruppenräume im Obergeschoss. Hier können Hausaufgaben erledigt oder eher ruhigere Tätigkeiten ausgeübt werden.